Laphroaig

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Laphroaig - Die Brennerei in der Außenansicht
So sieht die Brennerei Laphroaig von außen aus. © by Ayak

Laphroaig – Die Brennerei

Laphroaig (gesprochen: la-froig [læˈfrɔɪg]) ist eine schottische Whiskybrennerei von der Insel Islay. Der Name kommt wahrscheinlich aus dem gälischen lag [Senke] und dem altnordischen breiðr vik [breite Bucht]. Die Gebäude wurden sogar in der Kategorie C des schottischen Denkmalschutz aufgenommen. Neben der malerischen Bucht besticht auch die nähere Umgebung durch ihre Schönheit. Zudem ist die Insel aber wohl vor allem wegen ihrer sehr rauchigen und intensiven Whisky bekannt und von der Whisky-Landschaft nicht mehr wegzudenken. Interessant ist aber dennoch, dass Laphroaig als Whisky mit dem markantesten und kräftigsten Geschmack von Islay, trotzdem der meistverkaufte Single Malt Whisky von der Insel ist. Dies würde man nicht zwingend vermuten aufgrund des kräftigen Geschmacks, aber es scheint viele Freunde von Laphroaig zu geben.

Die Geschichte von Laphroaig

An einer kleinen naturbelassenen Bucht gelegen, gründeten die Brüder Donald und Alexander Johnston 1815 die Brennerei Laphroaig. Anfänglich war diese als eine Farm-Brennerei, rein für den Eigenbedarf gedacht und auch so „eröffnet“. Ebenso gründete bereits ihr Vater John eine illegale Brennerei auf der Insel Islay, welche dann später zur Gründung von Lagavulin führte. Das Wasser für die Produktion kommt aus dem nahegelegenen Kilbride-Dam.

Bis 1954 war die Brennerei immer im Familienbesitz und der letzte noch lebende Nachfahre – Ian Hunter – vermachte die Firma inkl. der Brennerei dann seiner Sekretärin Bessie Williamson. Diese verkaufte die Brennerei 1967 dann an die Long John Distillers, führt die Destillerie aber bis zu ihrem Ruhestand 1972 weiter.

Nach einigen weiteren Wechseln, kam schließlich 2014 der japanische Getränkekonzern Suntory per Übernahme von Beam Global an die Macht bei Laphroaig. Dadurch zählt Laphroaig offiziell zu deren Portfolio, zu dem unter anderem unter dem Namen Suntory auch exzellente japanische Whisky zählen.

Als wohl eine der schönsten „Auszeichnungen“ kann man die Tatsache ansehen, dass Laphroaig seit 1994 offizieller Hoflieferant für Single-Malt-Whisky des Prinzen von Wales ist.

Laphroaig - Einblick in die Produktion
Ein kleiner Einblick in die Produktionsstätte bei Laphroaig. © by sebastian.b

Die Produktion bei Laphroiag

Jährlich werden hier circa 2,7 Millionen Liter Whisky produziert. Dies regelt die Brennerei über drei Wash Stills in üblicher Zwiebelform (je 10.900 Liter) und vier Spirit Stills (dreimal 3640 Liter und einmal 7280 Liter). Die Wash Stills sind aber dennoch ein wenig untypisch, da die Hälse einen viel höheren Kegel als üblich bilden. Ebenso sind die Spirit Stills sehr ungewöhnlich, da diese eine eher flache Form aufweisen und mit einer sehr schmalen Verengung im Zwischenabschnitt daher kommen. Dies alles führt zu einem engeren Zusammenspiel zwischen den Stills und dem Kupfer der Stills. Denn nur dadurch kann der geschmeidige und einzigartige Geschmack der Laphroaig Erzeugnisse gewährleistet werden.

Nicht nur Laphroaig produzierte auf dem Firmengelände

Auf dem von der Brennerei genutzten Gelände gab es außerdem der eigenen Brennerei noch eine weitere Destillerie. Dies war die Ardenistiel Distellery (1837-1868), welche auch als Kildalton Distillery (1849-1852) und als Islay Distillery (1852-1866) bekannt war. Diese Brennerei gehörte Andrew und James Gairdner.

Laphroaig - Mälzerei
Ein Einblick in den Mälzboden bei Laphroaig. © by sebastian.b

Die Mälzerei

Für einen Teil der Produktion verwendet man tatsächlich noch einen eignen Malzboden. Dies für alle Produkte zu machen, ist aber bei einer so hohen Produktionsmenge nahezu unmöglich. Daher bezieht Laphroaig fast 80 % des Malz von der Port Ellen Mälzerei, welche gerade einmal 2,1 Meilen bzw. 3,4 km entfernt ist. Das verwendete Malz ist sehr torfig und wird mit gestochenem Torf von der Insel Islay während der Produktion getrocknet. Durch diesen Vorgang bekommen die Laphroaig Whisky ihren unnachahmlichen Geschmack und tragen zu Recht den Spitznamen ‚peatmonster‘ oder zu deutsch ‚Torfmonster‘.

Laphroaig - Ein Einblick ins Lager
Einige der Fässer bei Laphroaig. © by Finley McWalter

Das Lager

Die Lagerhäuser der südlichsten Brennerei von Islay liegen direkt am Meer. Bei hohem Wellengang peitscht das Wasser rund um die Lagerhäuser. Sie verwenden dabei sowohl Dunnage-Warehouses als auch Racked-Warehouses. Die Kombination aus der salzigen Seeluft, dem Salzwasser, dem torfigem Wasser aus dem Kilbride Dam und dem Torf, bildet die Grundlage für den außergewöhnlichen Geschmack der Laphroaig Produkte. Zu 90 % lagern die edlen Tropfen in neunen Bourbon-Fässern aus amerikanischer Weißeiche. Dies trieb vor allem Ian Hunter als früherer Manager der Brennerei in den 1930er Jahren voran. Seiner Meinung nach waren diese Fässer am besten geeignet um den perfekten Geschmack hervor zu bringen. Aber auch Sherry, Oloroso und Quarter Cask Fässer kommen zum Einsatz.

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